Wurzelrassen, Wurstdeutsche und Arschengel – Anthroposophie und Steinerismus heute

„Sehen Sie, so hat sich die Sache entwickelt, dass diese fünf Rassen entstanden sind. Man möchte sagen, in der Mitte schwarz, gelb, weiß und als ein Seitenhieb des Schwarzen das Kupferrote, und als ein Seitenzweig des Gelben das Braune – das sind immer die aussterbenden Teile. Die Weißen sind eigentlich diejenigen, die das Menschliche in sich entwickeln.“
(Rudolf Steiner: Die Schöpfung der Welt und des Menschen (GA 354), S. 61)

Für die Anthroposophen steht für das Jahr 2011 der 150ste Geburtstag ihres spirituellen Führers, Rudolf Steiner an, der im Vorfeld mit musealen Kampagnen zur Bildungsbürger-Ikone aufgebaut wurde. Selbst an den Bushaltestellen zur Frankfurter Buchmesse weilte der Okkultist in Plakatform wenigstens optisch unter den Lebenden, vor Ort hatten seine Jünger unter einem dezenten Steiner-Schrein mehrere Kubikmeter druckfrische Echolalien seiner eklektischen Vorträge aufgebahrt. Steiner schrieb nicht, er ließ schreiben. Kaum ein Thema, das es schaffte, nicht auf diesem Weg ganzheitlich von ihm bewältigt zu werden, wenigstens posthum per Mini-Heft, das Steiners mögliche spezielle Sicht auf dieses spezielle Thema erläutert.
Nachdem aus Steiners stofflichem Leib 1925 das Leben wich, blieb der Steinerismus ein lebendiger Kult: Sein Konterfei starrt in unzähligen Räumen unzähliger Einrichtungen von den Wänden, als dandyesker Denkasket mit Argusaugen. Darüber hinaus hatte er im Leben vor dem Tod soviel über das Leben danach diktiert, dass seine eigene Todesursache wie auch seine Lebensform mysteriös blieben: Er starb nicht an ordinärem Magenkrebs sondern „der Ätherleib (konnte) nicht mehr richtig in die Verdauungsorgane eingreifen“ (Michael Grandt: „Schwarzbuch Waldorf“, S.13).
Die Steiner-Jüngerin Judith von Halle mahnt in der aktuellen Ausgabe der „infoseiten anthroposophie“ zur anstehenden „Zeitenwende“ im Anschluss an die „große Gedenkfeier“: „Statt großer Geburtstagsfeiern fände ich es wünschenswert, wenn auch die Vertreter der Anthroposophischen Gesellschaft weniger ein Spiegel gegenwärtiger Zeitgeist-Erscheinungen wären, sondern Fackelträger solch christlicher Spiritualität.“

Mit dem „Spiegel gegenwärtiger Zeitgeist-Erscheinungen“ meint sie jene „wohlwollende bis vollmundige“ Kritik an Steiner, die in der Regel „lediglich die eigene Mediokrität zum Ausdruck bringt.“ Von Hallen begegnet der Gefahr, „den Anschein des Zelebrierens eines blindgläubig machenden Sektengurus zu erzeugen“, und so das Bildungsbürgertum zu vergraulen, mit dem Ratschlag: „Es kann daher jedem die Lektüre Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten ans Herz gelegt werden. Sie enthält nichts, was an weltabgewandten Spiritismus erinnert. Im Gegenteil. In erster Linie geht es darin nicht darum, wie man nun (endlich) Zugang zu höheren Welten gewinnt, sondern darum, ein für das soziale Gefüge brauchbarer Mensch, womöglich eine Bereicherung zu werden.“
Der Leitfaden dient also vor allem dem Zweck der Abrichtung des Individuums, das sich nach oben strampeln soll, denn Steiners Welten liegen verdammt hoch. Von Halle tröstet: „Viele kleine Schritte auf der Leiter der ethischen Selbsterziehung sind die Grundlage zur (anthroposophischen) Tat. Dadurch entsteht Anthroposophie wie von selbst, und so kann es mit ihr weitegehen.“ Die anthroposophische Tat basiert auf den „vielen kleinen Schritten“ vieler kleiner Einzelorgane im ganzheitlich-organizistischen „Geistesleben“. Wer für das „soziale Gefüge“ unbrauchbar ist, weigert sich, wenigstens kleine Schritte zu gehen, strebt in eine eigene Richtung und wird unterm Strich als Schmarotzer eingestuft, der dem Heimatland / der Mission der Deutschen und „Mutter Erde“ zur Last fällt. Ein hungriges Maul, das umsonst gestopft wurde. Tugendwächterin von Halle kritisiert die Gläubigen für ihre Anpassungsbereitschaft an die (uneingeweihte) Öffentlichkeit scharf, wie sie es ihrer Reputation als blutende Mystikerin schuldet: So „ergeht man sich fast ausschließlich in der Hervorhebung dessen, was außerhalb anthroposophischer Kreise salonfähig erscheint: Sozialimpuls, Landwirtschaft, Schule“ statt „zu einem solchen Anlass einmal ernsthaft auf die okkulte Biographie Rudolf Steiners einzugehen“, was „zum Begreifen seiner geradezu übermenschlichen Verdienste“ „hinleiten“ könnte. Sozialimpulse, Landwirtschaft und Schulen gehören demnach zum exoterischen Exoskelett der Bewegung, wie Steiners Diktat zur Autoritätshörigkeit unter dem Titel „Wie erlange ich Erkenntnisse höherer Welten“ erscheint. Den Zeitgeist-Spiegeln kommt vor allem die Funktion zu, der Anthroposophie ein „salonfähiges“ Image zu verschaffen, sie sind Teil der Öffentlichkeitsarbeit. Immerhin räumt von Halle ein, dass unverhohleneres Abfeiern des Okkulten in der Öffentlichkeit „der Anthroposophie tatsächlich abträglich“ sein könnte. Schließlich gibt es da ja noch diese „weit verbreitete“ „Panik“ vor „der Anerkennung Rudolf Steiners als spirituelle „Meisterindividualität“ – warum bloß?
Judith von Halles okkulte Biographie kann sich sehen lassen: Nach vierjähriger Null-Diät, die nötig war, um ihre „Sinneswahrnehmung (…) wie bei einem Raubtier“ zu schärfen, wurde sie christliche Märtyrerin mit Stigmata-Performance, und gelangte in der Folge zu der geheimwissenschaftlichen Überzeugung, dass die Infektionskrankheit AIDS die „Folge des Glaubens“ sei, dass der Mensch „vom Affen abstamme“ (Steiner zufolge verhielt sich die Sache – wieder einmal imposant-eigenwillig – genau umgekehrt). Auch die Demenz sei die Folge eines „fehlgeleiteten Zeitgeistes“, was die Kranken zu Schuldigen abstempelt. Schließlich sind sie für das „soziale Gefüge“ auch keine „Bereicherung“ mehr, der fehlgeleitete Zeitgeist verleitet sie eher zum Schmarotzen.
In der Anthroposophie findet zwischen neoliberalem Leistungskult, völkisch-rassistischem, latent antisemitischen Elitebewusstsein und faschistoider Wellness-Ästhetik eine Symbiose statt. Weltweit bekennen sich über 10 000 Unternehmer zum Steinerismus, die Dachorganisation zählt rund 46 000 Anhänger. Dazu gehören z.B. BSG-Bank, Software AG, Wala, Weleda, Alnatura, Demeter und Tegut. Einige führende Elite-Dynastien deutschen Unternehmertums, die wie Porsche, Siemens & Co von der Ausbeutung der NS-ZwangsarbeiterInnen profitiert hatten, wurden vom Steinerismus geprägt und sind ihm bis heute treu geblieben. Auch Götz Werner, der Gründer der Drogeriemarkt-Kette dm ist ein Getreuer, der auf gute Imagepflege als vorbildlicher Arbeitgeber baut. Anthroposophen nehmen die Öffentlichkeitsarbeit sehr ernst.
Das aktuelle Wellness-Magazin von Weleda (gratis zum Mitnehmen) bietet ästhetisch neben strahlend lächelnden, weißen Mustermenschen
http://www.freunde-waldorf.de/projekte/kenia/nairobi-ws/r/kenia/p/kenia-nairobi-waldorfschule.html
mit glücklich grinsenden Musterkindern auch einen kleinen, pädagogisch-korrekten Lifestyle-Comicstrip, in Form eines Musterstundenplans für Erwachsene, deren „inneres Kind“ Nachhilfe in Sachen Alltags-Disziplin benötigt – stylish, praxisnah und umsonst. Die moderne Anthroposophin, als Comicfigur eher antik, hat einen elegant gekleideten Gatten, den sie erst abends zu Gesicht bekommt, binärgeschlechtliche Kinder, denen sie früh morgens die Brote schmiert, bevor sie sie in ihrem Kleinwagen zur Schule fährt. Legt sie sich nach dem ersten Wecker-Klingeln noch eigensinnig für ein paar Minuten aufs Ohr, rächt sich das den ganzen Tag. Denn sie verstößt gegen den unbedingten Gehorsam dem organizistischen Ganzen (der „höheren Welt“) gegenüber, sie sondert sich ab. Symptome dafür sind: Sie vergisst wichtige Unterlagen für das Meeting, ist schlecht organisiert, unordentlich und undiszipliniert. Kleinlaut tritt sie ihrem Chef, einem riesigen Eierkopf ohne Körper (mit schwarzem Hut und schnabelförmiger Nase) unter die Augen, und verzehrt, nachdem sie wie jeden Abend, komme was wolle, die Kinder bespielt und zu Bett gebracht hat, ihre karge Abendmahlzeit allein – die Folgen der katastrophalen Unordnung, die der deplatzierte Luxus von 30 Minuten Zusatz-Schlaf verursachte.
Die vorbildlich scheiternde Scherenschnitt-Mutti lernt aus ihrem Fehler, und schläft eine halbe Stunde weniger. Prompt erscheint die Welt in wärmeren Grüntönen. Fazit: Gönnt Mutti sich morgens keine Mütze Schlaf, sondern startet munter in die Sklaverei fürs soziale Gefüge, ist der komplett durchorganisierte Stundenplan für die ganzheitliche Familie gerettet und in Butter. Sie findet nicht nur einen schmucken, dandyesken Gatten beim „gemeinsamen Abendessen“, sondern früh morgens auch die so wichtige Zeit, Klein-„Paula“ einen Zopf zu flechten. Und der schnöde Chef-Kopfmensch hat sich in einen normal proportionierten, angenehmen Gesprächspartner mit weicheren Gesichtszügen verwandelt: „Kaffeepause und interessantes Gespräch mit dem Chef“ notiert die zufriedene Musterfrau, die jetzt dynamisiert mit dem Strom schwimmt. Die verzerrte Vorstellung von ihm als reinem Kopfmensch war die Folge ihrer Faulheit. Eigentlich gibt es keine hartherzigen oder ungerechten Chefs, nur faule, maulende Angestellte, die lieber schlafen als anständig zu arbeiten.
So funktioniert das Prinzip der Anthroposophie, die „wie von selbst“ entsteht, hart aber herzlich wie im Bienenstaat, wo ebenfalls keine Schmarotzer geduldet werden. Auch die Mitarbeiter des Weleda-Heftchens bestätigen in ihren lila Seiten: „Fast alle Kollegen tricksen sich aus, wenn sie zur Tat schreiten sollen. Bis auf eine. Sie liebt den Anfang. Am allermeisten, wenn das anstehende Projekt ein Handwerkliches ist. Lesen Sie, wie heiter Stress sein kann.“
Die Weleda-Leutchen sind in ihrer Freizeit alle heiter-gestresste und aktiv-entspannte Rasenmäher, Wiesen-Ausstecher, Leergut-Ordner, Wand-Anstreicher, Geräte-Ruderer, Heimwerker, Putzkräfte, Schrankauswischer, Tintenfass-Füller und Laubsauger. Sie wissen dank ihres Stundenplans: „Morgens eine halbe Stunde vertrödelt, ist manchmal der ganze Tag im Eimer. Wer zeitig anfängt, macht sich das Leben schöner“. Welcher Nachbar liebt sie dafür nicht?
Auch Diplom-Psychologe Robert Betz, der professionell Kontakte zu höheren Welten & Wesen herstellt, ist heiter-gestresster Workaholic mit geballter Willensstärke; er fertigt serielle Predigten fürs Wachwerden und „Anfangen“ als Buch und CD am laufenden Band, und füllt bereits mehrere Regale. An seinem Stand auf der Frankfurter Buchmesse sind die zahllosen Stimm-Bänder Marke sorgenfrei als Dauerberieselung eingeschaltet. Robert Betz hat viel zu sagen, zu fast jedem Thema. Wer tiefer vordringen möchte, kann eine topmoderne Mediathek mit Sitzgelegenheit, Sensorscreen und Kopfhörern nutzen, und sich gemütlich durch die bunte Vielfalt fast sämtlicher Betz-Aufnahmen lauschen. Zur Öffentlichkeitsarbeit gehören auch von lächelnden jungen Frauen verteilte, leckere Gratis-Bio-Äpfel.

http://www.alnatura.de/de/tatort-kueche

Onkel Betz sagt „Sex mit Herz“ ist schon ok, heitere Schlüpfrigkeiten und drollige „Weisheiten“ aus Kindermund wiedersprechen Rudolf Steiners Überzeugung, „im kindlichen Menschen“ eine Art „Telefonverbindung“ (…) in die göttlich-geistigen Hierarchien“ finden zu können, nicht:
„Omas geben keine Milch mehr“ – „wenn ein Mann Kinder hat, hat er auch die Frau am Hals“-„mit Müttern schimpft man nicht, die sind nämlich nützlich“ – „wenn eine Frau zuviel Männersamen abbekommt, wachsen ihr kleine Bärte“ – „ich habe keine Oma mehr. Die haben sie auf den Friedhof gepflanzt.“
Betz operiert volksnah, völkisch und antiintellektuell, ohne Fachchinesisch, doch mit anthroposophischem Vokabular (von höheren Welten über Engel bis zum Indigo-Menschen), das er ins Kumpelhaft-Bodenständige übersetzt. Selbst kein ausgewiesener Anthroposoph, hält „der deutsche Psychologe“ Vorlesungen an anthroposophischen Institutionen, und gilt als in anthroposophischen Kreisen jemand, der „Selbsterziehungsmethoden lanciert“ .
Betz bietet kumpelhaftes Anquatschen und bodenständige Spiritualität in einem. Sein Werk umfasst Titel wie „Frieden mit meinen „Arschengeln“ – verstrickte und zerstrittene Beziehungen verstehen und verwandeln“, oder auch „Pinke, Kohle, Mäuse – Der Weg vom Mangel zur Fülle“, ferner tiefsinnige Sprüche wie „das Leben ist kein Arschloch“, haha. Die ordinäre Masche ist Teil der Marketing-Strategie. Bei Betz machen die Engel auch den „Kopfmenschen“ spirituellen „Dampf unterm Hintern“, und orakeln aus noch „unverbogenem“ Kindernmund.
Betz zufolge leiden derzeit die Geschlechter darunter, dass sie nicht genügend sie selbst sind – also nicht „ganz Frau“, und nicht „ganz Mann“. Gesund macht, wenn die Frau sich auf ihr Urbild als wässriges Wandlungsprinzip, bzw. „Salzkorn im Meer“ besinnt, von Natur aus „empfangend“ sein will, wogegen der Mann mit seiner natürlichen „Grundgeilheit“ (Betz) als „orgastisch tätiger“ Urquell „mit ganz viel Lust durch die Welt geht.“ „So wird der Mann ein Mann“ heißt Betz‘ Beitrag. Andrea Schirnack, die nach eigenen Angaben „aus der knallharten Journalismus-Branche (RTL, Sat1)“ kam, bevor sie vom „hohen Gesetz“ „beauftragt“ wurde, auf das „Goldene Zeitalter der Liebe“ hin zu arbeiten, stellte „Zauberfrau und Sonnenmann“ vor. „Der kleine Führer zum grossen Erfolg“ Betz half ihr dabei. Er warnte vor typischen Frauenleiden, die durch Rückbesinnung auf „das Grundprinzip des Weibchens, sich zu öffnen“, bis „die Schleier sich heben“ korrigiert werden könnten. Zahlenmystische Berechnungen, verrieten die Botschafter der höheren Welt ihren zahlreichen Zuhörern, haben ergeben, dass sich grundlegende Veränderungen ankündigen. Darum sei „jetzt so eine besondere Zeit“. Tatsächlich verändere sich gerade das gesamte Weltall, was auf einen „kollektiven Aufwach-Prozess“ deute. „So viele Körper, Frauenkörper“ erkranken jetzt, da der Körper auf den Geist reagiert. Die Rede ist von der „Menschheit im Winde“, der „Menschheit im Schlafe“, die vor allem an Skepsis krankt. Zum Abschluss des Vortrags bot Betz noch Seminarplätze auf der „Kraft-Insel Lesbos“ an.
„Aufgabe der Anthroposophie“ gab anderntags der Vortragende Wolfgang Held vom Goetheanum Dornach zu bedenken, „ist nicht ein besserer Mensch“, sondern einer, der „wacher und stärker ist“ in der Tradition „vorchristlicher Vorstellungen“ vom „Wachen“ und „Starken“. Auch ist die „Liebe nicht ein Gefühl, sondern eine Willensfrage, ein Ruck, der durch die ganze Person geht“, Beziehungen zu Menschen unterliegen „soziale{r] Astrologie“, bis hin zum „Zauber des Sozialen, wo die Engel unter uns sind.“ Wissen und Bildung sind für den Brückenbau zu höheren Welten ein eher „brüchiges Fundament“, im Grunde müssten zuerst „Brücken eingerissen werden“. Held schwärmt von einer spektakulären Sonnenfinsternis auf den Osterinseln, wo immer noch „Menschen in Höhlen“ leben, die „urmenschliche Herausforderungen“ meistern. Eine „Beziehung zum Übersinnlichen“ hält Held für die „Basis sinnvollen Lebens“.
Durch Betz spricht die höhere Weltenordnung auf seiner „Wir sind Deutschland“-CD sich folgendermaßen aus:
„Ich widme diesen Vortrag allen Deutschen, aber ich denke, auch ein Österreicher oder Schweizer wird seinen Teil daraus ableiten können (…)“ Während das deutsche Volk sich gegen die Abhängigkeit von sozialen Almosen stemme, heißt es: „Immigranten stört das weniger (…), sie stellen in den Großstädten bereits die Hälfte aller einzuschulenden Kinder.“ (…) Es möge sich jeder der Frage stellen, „will ich Wertschätzung oder Abwertung, Kritik und Verachtung, will ich weiter ein Kritisierender, ein Verurteilender, ein Destrukteur, Heruntermacher sein – oder z.B. ein Verstehender, ein Wertschätzer, ein Aufbauender, ein Liebender? Will ich ein Kriegstreiber sein, einer, der die Gräben vertieft, die Trennung zwischen Menschen zementiert, die Sprache der Angst spricht, und den Menschen Angst macht? (…) Will ich weiter nur ein Nutznießer sein oder gar als Schmarotzer des Gemeinwesens Deutschlands, einer, der nur darauf achtet, was er bekommen, absahnen, erhaschen kann von anderen und vom Sozialwesen? Was bin ich selbst bereit zu geben? Was will ich beitragen für eine Zukunft dieser Gemeinschaft von Menschen? Den meisten Menschen ist ja immer noch nicht klar (…) dass wir grossartige, machtvolle, kraftvolle Schöpfer sind (…)Stolz und Würde, Ehre, Selbsthehre, Selbstachtung, Selbstwerschätzung, und die Liebe zu sich selbst sind Grundlagen für eine Gesellschaft, in der die Menschen sich gegenseitig respektieren, weil sie sich für einen friedlichen, würdevollen Umgang miteinander engagieren. Menschen, die voller Schamgefühle, Minderwertgkeitsgefühle, Kleinheitsgefühle sind, zetteln immer Unfrieden an, in einer Firma, einer Familie, einer Gesellschaft (…) Ich für meine Person bin sehr stolz auf dieses Land und darauf, Deutscher zu sein (…)Nur ein Land, das stolz sein kann auf sich selbst, kann stolze Nachbarländer ehren und lieben (…)Ein Stolz z.B. auf die künstlerischen und wirtschaftlichen und auch die politischen Leistungen. Ich bin stolz auf Fähigkeiten, die es zwar auch in anderen Ländern gibt, aber selten so durchgängig und oft anzutreffen, wie bei uns, so dass ich mich nicht scheue, sie als typisch deutsch zu bezeichnen. Dazu zähle ich unter anderem Professionalität, Präzision und Gründlichkeit, Qualitätsbewusstsein, Schaffensfreude, Schaffensdrang und Kreativität, Pünktlichkeit und Termintreue, Struktur, Ordnung und Sauberkeit (…)so herrlich viele Brot- und Wurstsorten, gehen Sie mal in die USA oder andere Länder, dann wertschätzen Sie wieder deutsches Frühstück, Schweiz ist gerade noch gut (…)Wir haben den Buchdruck erfunden (…) Deutschland ein herrliches Land (…) Ich frage jeden von Ihnen, sind Sie sich bewusst, in welchem herrlichen Land Sie leben? Wäre es nicht angebracht, hierfür zu danken, diese Schönheit (…) zu würdigen? (…)
„Pinke, Knete, Mäuse“ :
„Erste Aufgabe eines Unternehmens ist es, gewinnorientiert zu arbeiten, nicht Arbeitsplätze zu sichern; Aldis und Lidls machen ihre Umsätze auch nicht in erster Linie mit Hartz IV-Empfängern; die Mehrheit ist sich nicht mehr bewusst, worauf dieser Wohlstand beruht, dass sie ein Dach haben überm Kopf (…) negative Grundhaltung (…) extreme Anspruchshaltung, die diese Leute dem Staat gegenüber an den Tag legen (…) auch Familien sind kleine Wirtschaftseinheiten (…)Unser aller Bewusstsein ist es, welches die Führungskräfte eines Landes erschafft (…)“
Hartz IV-Empfänger können sich entspannen, weil nicht die Gesellschaft, sondern sie selbst ihre Situation erschaffen haben. Gnädig versetzt sich Betz in einen, der „weiter Opfer spielen will“ und anständig Erfolgreiche dafür verantwortlich macht. Lektion 1 von „Pinke, Knete, Mäuse“ : „Ich akzeptiere den Gedanken, dass ich selbst es war und bin, der meine heutige Situation, meine Gesundheit, mein Leben, so wie es sich mir heute darstellt und auch meine finanziellen Probleme selbst erschaffen habe, und ich weigere mich, irgend jemanden, irgend etwas sonst dafür verantwortlich zu machen. Ich weiß noch nicht, wie ich es gemacht habe, aber ich öffne mich dem Gedanken, dass ich es selbst war.“
So klingt die bodenständige Spiritualität des esoterischen Volksgeist-Kollektivs im Jahre 149 nach Steiner: Pinke, Knete, Mäuse, das Recht auf die gesunde Grundgeilheit des Mannes, deutsche Wurst und Deutschland, Deutschland über alles.


1 Antwort auf „Wurzelrassen, Wurstdeutsche und Arschengel – Anthroposophie und Steinerismus heute“


  1. 1 Blog-o-mat 16. Januar 2011 um 15:35 Uhr

    Hi, das ist ein (automatisch erzeugter) Kommentar.
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